🇪🇺 Digitale Souveränität

Wo möglich europäisch, wo nötig ehrlich benannt

Envience setzt seit einiger Zeit bevorzugt auf deutsche und europäische Anbieter – bei Firewall, Virenschutz und E-Mail-Archivierung ist das heute schon Standard. Wo es noch keine ausgereifte europäische Alternative gibt, sagen wir das offen.

Kein Marketing-Claim – eine ehrliche Bestandsaufnahme unseres aktuellen Software-Stacks

Auf einen Blick

🇩🇪 Deutsch Securepoint, MailStore
🇪🇺 Europäisch ESET
🇺🇸 US-Anbieter Microsoft 365
Kurz beantwortet

Envience bevorzugt bei der Wahl von Software- und Hardware-Partnern deutsche und europäische Anbieter, etwa Securepoint (Firewall) und MailStore (E-Mail-Archivierung). Bei zentraler Cloud-Infrastruktur wie Microsoft 365 gibt es aktuell keine europäische Alternative im Angebot – Envience arbeitet daran, das perspektivisch zu ändern.

Unser aktueller Stack

Woher unsere Kernlösungen stammen

Transparenz statt Marketing-Versprechen: So sieht die Herkunft unserer wichtigsten Software-Partner heute tatsächlich aus.

BereichAktuelle LösungHerkunft
FirewallSecurepoint (Standard) oder Sophos (gehoben)🇩🇪 Deutsch
E-Mail-ArchivierungMailStore🇩🇪 Deutsch
Virenschutz / Endpoint SecurityESET🇪🇺 Europäisch (Slowakei)
Arbeitsplatz & E-Mail (Cloud)Microsoft 365🇺🇸 US-Anbieter

Ehrlich gesagt: Microsoft 365 ist aktuell unsere größte Ausnahme

Microsoft 365 bildet für die meisten unserer Kunden das Zentrum der täglichen Arbeit – E-Mail, Dokumente, Zusammenarbeit. Eine europäische Alternative wie Nextcloud ist grundsätzlich denkbar, aber aus unserer Sicht aktuell noch nicht so ausgereift, dass wir sie guten Gewissens als vollwertigen Ersatz empfehlen können. Wir beobachten die Entwicklung aktiv und werden eine europäische Option ins Portfolio aufnehmen, sobald wir von der praktischen Reife überzeugt sind.

Warum das für euch relevant sein kann

Nicht nur ein politisches Thema

📍

Datenspeicherort

Bei europäischen Anbietern liegt die Datenverarbeitung meist nachvollziehbar innerhalb der EU.

Rechtsraum

Europäisches Recht statt Auslandsübermittlung kann je nach Branche und Kundenanforderung ein relevantes Kriterium sein.

🔧

Unabhängigkeit

Weniger Abhängigkeit von einzelnen außereuropäischen Anbietern und deren Preis- oder Zugangspolitik.

Was als Nächstes ansteht

Unser Weg zu mehr europäischen Optionen

🧭

Wir suchen aktiv nach einer sinnvollen M365-Alternative

Lösungen wie Nextcloud beobachten wir mit Interesse, haben aber aktuell noch kein klares Bild davon, wie sich damit ein für unsere Kunden gleichwertiger Ersatz zu Microsoft 365 aufbauen lässt. Sobald sich das ändert, werden wir eine europäische Option als zusätzliche Wahlmöglichkeit anbieten – so wie heute schon bei der Firewall.

Häufige Fragen

Kurz & klar beantwortet

Aktuell nicht vollständig, ehrlicherweise vor allem wegen Microsoft 365 als zentraler Arbeitsplatzlösung. Bei Firewall, E-Mail-Archivierung und Virenschutz setzen wir bereits heute auf deutsche bzw. europäische Anbieter.

Wir beobachten Nextcloud und ähnliche Lösungen, sehen aber aktuell noch keinen ausgereiften Weg, damit einen für unsere Kunden gleichwertigen Ersatz für Microsoft 365 aufzubauen. Sobald sich das ändert, wird das Teil unseres Angebots.

Ja. Bei der Firewall-Hardware sind wir Partner von Securepoint und Sophos und stimmen die Wahl auf euren Preis- und Leistungsanspruch ab.

Hintergrund

Warum digitale Souveränität gerade jetzt wieder Thema ist

Dieser Abschnitt liefert Fakten und Einordnung, keine Handlungsempfehlung. Ob eine europäische Alternative für euch sinnvoll ist, ist eine unternehmerische Entscheidung, die wir bewusst nicht für euch treffen – wir sind keine Anwaltskanzlei und keine Unternehmensberatung für strategische Entscheidungen.

Dieser Abschnitt wird laufend aktualisiert. Die Rechtslage rund um US-Cloud-Anbieter ist aktuell in Bewegung – was heute gilt, kann sich in wenigen Wochen ändern. Jeder Punkt unten trägt ein eigenes Aktualisierungsdatum.
Zuletzt geprüft: Juli 2026

Was genau ist das Problem mit US-Cloud-Anbietern wie Microsoft 365?

Es gibt zwei rechtlich unterschiedliche Risikofelder, die oft vermischt werden. Erstens: Der US-amerikanische CLOUD Act verpflichtet US-Unternehmen – auch deren europäische Tochtergesellschaften und Rechenzentren – auf Anordnung US-amerikanischer Behörden Daten herauszugeben, unabhängig davon, wo diese Daten physisch gespeichert sind. Ein Datenstandort in Deutschland schützt also nicht automatisch vor diesem Zugriff, wenn der Anbieter ein US-Unternehmen ist oder von einem solchen kontrolliert wird.

Zuletzt geprüft: Juli 2026

Was hilft mir ein Datenstandort in Deutschland dann überhaupt?

Ein deutscher oder europäischer Datenstandort ist trotzdem sinnvoll und hilft konkret bei der DSGVO-Umsetzung – etwa bei Fragen zu Verarbeitungsverzeichnissen, Zugriffskontrollen und der laufenden Datenschutz-Organisation. Er löst aber nicht das strukturelle Problem des CLOUD Act: Entscheidend ist nach übereinstimmender Einschätzung mehrerer Rechtsgutachten nicht, wo die Daten liegen, sondern wer die Kontrolle über den Anbieter hat.

Zuletzt geprüft: Juli 2026

Was ist aktuell (2026) neu an der Diskussion?

Der US Supreme Court hat am 29. Juni 2026 im Verfahren Trump v. Slaughter entschieden, dass die Unabhängigkeit der US-Aufsichtsbehörde FTC mit der US-Verfassung nicht vereinbar ist – der Präsident kann FTC-Mitglieder künftig ohne Angabe von Gründen entlassen. Das ist deshalb relevant, weil das EU-US Data Privacy Framework, die aktuelle rechtliche Grundlage für Datentransfers in die USA, sich an mehreren hundert Stellen auf genau diese Unabhängigkeit der FTC stützt. Die Datenschutzorganisation noyb (um Max Schrems) hat die EU-Kommission bereits aufgefordert, die Angemessenheitsentscheidung zu überprüfen. Das ist eine Einschätzung von noyb, keine gerichtliche Feststellung – wir geben sie als Meinung eines relevanten Akteurs wieder, nicht als Tatsache.

Zuletzt geprüft: Juli 2026

Bedeutet das, Microsoft 365 wird jetzt sofort illegal?

Nein, nicht unmittelbar. Aktuell (Stand: Juli 2026) ist das Data Privacy Framework formal weiterhin gültig, seine rechtliche Grundlage gilt aber als geschwächt. Vergleichbare Abkommen (Safe Harbor, Privacy Shield) wurden in der Vergangenheit vom Europäischen Gerichtshof nach ähnlichen Auslösern für ungültig erklärt. Ob und wann ein vergleichbares Verfahren zum aktuellen Abkommen kommt, ist derzeit nicht seriös vorherzusagen – Zeitangaben dazu, die man aktuell liest, sind Einschätzungen einzelner Beobachter, keine gesicherten Fakten.

Zuletzt geprüft: Juli 2026

Betrifft Souveränität nur Software, oder auch Hardware?

Auch Hardware. Deutschland und die EU produzieren kaum eigene zentrale Hardwarekomponenten wie Hauptprozessoren; selbst europäische Netzwerkhersteller setzen überwiegend Chips asiatischer oder amerikanischer Zulieferer ein. In der Vergangenheit gab es dokumentierte Fälle, in denen Netzwerk-Hardware bestimmter Hersteller (etwa Huawei, in westlichen Sicherheitsberichten wiederholt thematisiert) im Verdacht stand, Daten unbemerkt abzuführen. Ein vollständiger Schutz vor jeder Form ausländischen Zugriffs ist mit heutiger Hardware-Lieferkette praktisch nicht erreichbar, unabhängig vom gewählten Software-Anbieter.

Zuletzt geprüft: Juli 2026

Was folgt daraus für die eigene Entscheidung?

Absolute Sicherheit vor jedem denkbaren Zugriff gibt es nicht – weder bei US- noch bei europäischen Anbietern, sobald internationale Hardware-Lieferketten im Spiel sind. Für viele Unternehmen wird die Frage deshalb weniger zu "geschützt oder ungeschützt", sondern zu einer Abwägung von Wahrscheinlichkeiten und Risikoklassen: Wie sensibel sind eure Daten, welche Konsequenzen hätte ein Zugriff, wie bewertet ihr das für euch. Diese Abwägung ist eine unternehmerische Entscheidung – Envience liefert dazu die technische Faktenbasis, trifft die Bewertung aber bewusst nicht für euch.

Diese Einordnung ersetzt keine Rechtsberatung, keine Unternehmensberatung und keine eigene Risikobewertung. Sie beschreibt die aus unserer Sicht relevante Faktenlage, nicht deren Bewertung als gut oder schlecht für euer Unternehmen. Quellen zu den genannten Entwicklungen stellen wir auf Anfrage gern zur Verfügung.

Ist euch die Herkunft eurer IT-Anbieter wichtig?

Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir gemeinsam, wie euer IT-Stack heute aussieht und wo europäische Optionen sinnvoll sind.

Kostenloses Erstgespräch sichern
Nach oben scrollen